Einstieg2022-02-22T09:34:32+00:00

Servus und willkommen beim anderen Bayern!

Auch am 21. Februar 2022: Kranzniederlegung zum 103. Todestag und Forderung zum Umbenennung des Marienhofs in Kurt-Eisner-Platz

Am Montag, 21. Februar 2022 wurden zur Erinnerung an Kurt Eisner, den Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern, am Ort seiner Ermordung durch einen Rechtsextremisten Kränze niedergelegt (weder von der Regierung des Freistaats Bayern, noch von der Landeshauptstadt wurde jemals an die Ermordung erinnert).

Kurt Eisner wurde dort am 21. Februar 1919 von dem Rechtsextremisten Arco ermordet. Angesichts der heutigen Morde und Bedrohungen von Politikern durch Rechtsextremisten halten wir es für dringend geboten, die Erinnerung an den ermordeten Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern wach zu halten. weiter lesen

„Genossen, Wahrheit muss sein, auch wenn wir zugrunde gehen“ – Zitate Kurt Eisners:

Pressefreiheit

„Die Pressefreiheit soll unangetastet bleiben. Aber Pressefreiheit ist ein bloßes Wort. Es gibt keine freie Presse. Es gibt nur eine Gewerbefreiheit für die Presse. Wie kommt die Presse, wenn man von der sozialdemokratischen absieht, zustande? Irgendein Kapitalist kauft oder mietet sich Druckereien, Maschinen, besoldet journalistisches, kaufmännisches und technisches Personal und lässt die Ware herstellen, die man Zeitung nennt. Immer mehr ist die Presse aus einem Werkzeug für die Verbreitung politischer und sozialer Ideen zu einem Gewerbe der Erzeugung von Profit oder zur Agentur kapitalistischer Interessengruppen geworden. Der Journalist spielt in diesem Getriebe nur die Rolle eines Handlungsgehilfen, der gegen seine eigentlichen Berufsgenossen den Nachteil hat, dass er mit seiner Arbeitskraft auch seine Gesinnung hergibt.“

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Nachdem 1933 die Ehrengräber von Kurt Eisner und Gustav Landauer von den Nazis geschändet und die Urnen herausgerissen wurden, konnten die Urnen auf dem Neuen Israelitischen Friedhof, Garchinger Str. 37, beigesetzt. Das Doppelgrab ist zu finden, wenn man vom Friedhofseingang ganz gerade bis zur Mauer geht und sich dann nach rechts wendet.

Die Stadt München weigerte sich bis 2020 die eindeutigen Dokumente anzuerkennen, aus denen hervorgeht, dass es sich um Ehrengräber handelt. Nach verschiedenen Interventionen des „Anderen Bayern“ erklärte im Jahr 2020 der Oberbürgermeister, dass die Stadt bereit sei, das Doppelgrab in ihre „Obhut zu nehmen“. 2019 ließ die Stadt zum 1. und bisher einzigen Mal einen Kranz anbringen (zum 100. Jahrestag der Ermordung).

Wir sind sehr froh, dass es uns wenigstens gelungen ist, dass die Stadt das Grab „in ihre Obhut nimmt“. Jetzt gilt es weiter, unsere Kraft darauf zu richten, dass Kurt Eisners Andenken in der Umbenennung des Marienhofes in „Eisner-Platz“ einen zentralen Ort in der Stadt bekommt.

Aktueller Stand aus dem „Garmisch-Partenkirchener Tagblatt“ vom 13.01.2022: „Hinteres Hörnle – Umstrittenes Holztaferl des Bad Kohlgruber Trachtenvereins wurde abmontiert. Nur: Wer war´s?“

Derzeit ist die Tafel also verschwunden. Mal sehen, wie das weiter geht?

Bericht im Merkur über Propagandatafel am Hörnle

Das andere Bayern hat diverse Versuche unternommen , den Bürgermeister von Bad Kohlgrub zu überzeugen, dass die alte Tafel des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins Bad Kohlgrub mit der Beschwörung des Nazi-Ungeistes von 1934 und 1939 – 45 entweder entfernt oder ohne die skandalöse Formulierung bleibt. Leider blieb alles ohne Erfolg.

Deshalb haben wir am 16.12.2021 bei der Polizeiinspektion Penzberg Strafanzeige gegen den Vorsitzenden des GebirgsTrachtenErhaltungsVereins Edelweiß, Herrn Anton Niklas, sowie gegen Herrn Anton Degele, Bürgermeister von Bad Kohlgrub und Ehrenvorsitzenden des GTEV gestellt.

Die Anzeige wird gestellt „wegen Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisation (§86 StGB Abs. 1 Satz 4) und Volksverhetzung (§130 Abs. 3 Satz 1).  Weiteres Zitat aus der Anzeige: „Aufgrund von Pressemeldungen wurde öffentlich bekannt, dass beide Personen mehrere unter der Herrschaft der Nazis 1934 und 1939-45 begangene Verbrechen offenbar billigen und verharmlosen. Es handelt sich dabei um das vom GTEV Edelweiß im Jahr 2020 am Hinteren Hörnle angebrachte Schild, eine Nachbildung einer Propaganda-Tafel aus der Nazi-Zeit, welche (erstmals 1934) zur Verherrlichung zweier verbrecherischer Angriffskriege am Gipfelkreuz angebracht und später offenbar mehrfach erneuert wurde. Auf der Tafel wird der Geist von 1934 und 1029-44 als beispielhaft und erhaltenswert beschworen. Damit werden sowohl die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, der Holocaust und Kriegsverbrechen der Nazis verharmlost und für die Zukunft propagiert. Der Vorsitzende des GTES Edelweiß ist verantwortlich für das Anbringen der Tafel im Jahr 2020.

Wir bitten Sie angesichts der Ausbreitung rechtsextremistischer Ideologie und Gewalttaten inständig, ein Ermittlungsverfahren gegen die oben Genannten  einzuleiten und uns über den Fort- und Ausgang des gerichtlichen Verfahrens zu unterrichten.“

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