2017 Gedenken an Kurt Eisner

//2017 Gedenken an Kurt Eisner
2017 Gedenken an Kurt Eisner 2017-06-28T10:58:41+00:00

 

21.02.2017

Das andere Bayern hat heute zum wiederholten Mal mit einer Gedenkveranstaltung in der Kardinal-Faulhaber-Straße die Erinnerung an die Ermordung Kurt Eisners am 21. Februar 1919 ins Gedächtnis gerufen. Die kleine Kundgebung wurde durch den Vorsitzenden des Vereins für demokratische Kultur „Das andere Bayern“, Fritz Letsch und der Verlesung der Proklamation des Freistaates Bayern vom 8. November 1918 durch Karin Pohl-Rauch eröffnet. Mit lautem Trommelwirbel wurde an die Leistungen des Ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayerns und dessen Ermordung durch Graf Arco erinnert.

Im Grußwort als Vertreter von OB Reiter stellte Stadtrat Florian Roth fest, dass es wichtig ist, dass Kurt Eisner als Persönlichkeit nicht vergessen wird, die wie kaum eine andere für das andere Bayern – für ein Bayern jenseits von Militarismus, autoritärem Obrigkeitsstaat und Ausbeutung – steht. Außerdem muss uns gerade heute im Zeichen von schlimmer Hetze gegen Flüchtlinge und dem Erstarken des Rechtsradikalismus Kurt Eisners Leben Vorbild und sein Tod Mahnung sein.

Anschließend zogen die hundert teilnehmenden Münchnerinnen und Münchner zum Marienhof und benannten dort mit einem riesigen Transparent  den Marienhof symbolisch in Kurt-Eisner-Platz um. Sie zeigten damit auf, dass die wichtige Rolle, die der erste Ministerpräsident des Freistaats Bayern spielte, bis heute nicht angemessen gewürdigt wird. Insbesondere zum 100jährigen Jubiläum der Ausrufung des Freistaates wäre die offizielle Benennung eines zentralen Platzes durch den Münchner Stadtrat eine angemessene Würdigung.

21.02.17 Gedenken des anderen Bayern zur Ermordung Kurt Eisners


Liebe FreundE und KollegInnen,

Das Andere Bayern bereitet grade wieder das Gedenken für Kurt Eisner zu seinem 98. Todestag vor, Felix Fechenbach erinnert Kurt Eisner

jetzt steht der 21. Februar vor der Tür und wir fordern Euch auf, zu unser jährlichen Gedenkveranstaltung an die Ermordung Kurt Eisners in die Kardinal-Faulhaber-Str. zu kommen.

Wir treffen uns am Dienstag, den 21.02.2017 um 11 Uhr am Bodendenkmal in der Kardinal-Faulhaber-Straße. In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die Erinnerung an den Tag der Ermordung Kurt Eisners aufrecht zu erhalten. Und in diesem Jahr wirft die 100jährige Wiederkehr dieser Schandtat im Jahr 2019 ihre Schatten voraus.

 

21. Februar 2015 – Jahrestag der Ermordung von Kurt Eisner

Wir haben für dieses Jahr ein kleines Programm für das Gedenken vorbereitet. So wird u.a. in Vertretung des Oberbürgermeisters der Vorsitzende der Fraktion „Die Grünen-Rosa Liste“ der Stadtrat Dr. Florian Roth sprechen.

Außerdem werden weitere Gruppen vertreten sein: traditionell das Arbeiterarchiv München, die Verdi-Senioren-Gruppe „Heinz Huber“, Kurt Eisner Stiftung, Kurt Eisner Verein, Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Linke im Rathaus,  … Angesagt haben sich auch zwei Trommeln von der Münchner Ruhestörung.

Im Anschluss wollen wir noch gemeinsam etwas unternehmen. Also bringt da noch etwas Zeit mit.

Bis bald also – viele Grüße vom Anderen Bayern


Proklamation des Freistaates Bayern durch den 1. Ministerpräsidenten Bayerns – Kurt Eisner(München, Landtag, in der Nacht zum 8. November 1918)

An die Bevölkerung Münchens!

Das furchtbare Schicksal, das über das deutsche Volk hereingebrochen,hat zu einer elementaren Bewegung der Münchener Arbeiter und Soldaten geführt. Ein provisorischer Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat hat sich in der Nacht zum 8. November im Landtag konstituiert. Bayern ist fortan ein Freistaat.  Eine Volksregierung, die vom Vertrauen der Masse  getragen wird, soll unverzüglich eingesetzt werden. Eine konstituierende Nationalversammlung, zu der alle mündigen Männer und Frauen das Wahlrecht haben, wird so schnell wie möglich einberufen werden.

Eine neue Zeit hebt an! Bayern will Deutschland für den Völkerbund rüsten. Die demokratische und soziale Republik Bayern hat die moralische Kraft, für Deutschland einen Frieden zu erwirken, der es vor dem Schlimmsten bewahrt. Die jetzige Umwälzung war notwendig, um im letzten Augenblick durch dieSelbstregierung des Volkes die Entwicklung der Zustände ohne allzu schwere Erschütterung zu ermöglichen, bevor die feindlichen Heere die Grenzen überfluten oder nach dem Waffenstillstand die demobilisierten deutschen Truppen das Chaos herbeiführen. Der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat wird strengste Ordnung sichern. Ausschreitungen werden rücksichtslos unterdrückt. 

Die Sicherheit der Person und des Eigentums wird verbürgt. Die Soldaten in den Kasernen werden durch Soldatenräte sich selbst regieren und Disziplin aufrechterhalten. Offiziere, die sich den Forderungen der veränderten Zeit nicht widersetzen, sollen unangetastet ihren Dienst versehen. Wir rechnen auf die schaffende Mithilfe der gesamten Bevölkerung. Jeder Arbeiter an der neuen Freiheit ist willkommen! Alle Beamte bleiben in ihren Stellungen. Grundlegende soziale und politische Reformen werden unverzüglich ins Werk gesetzt. 

Die Bauern verbürgen sich für die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln. Der alte Gegensatz zwischen Land und Stadt wird verschwinden. Der Austausch der Lebensmittel wird rationell organisiert werden. Arbeiter, Bürger Münchens! Vertraut dem Großen und Gewaltigen, das in diesen schicksalsschweren Tagen sich vorbereitet!

Helft alle mit, dass sich die unvermeidliche Umwandlung rasch, leicht und friedlich vollzieht. In dieser Zeit des sinnlos wilden Mordens verabscheuen wir alles Blutvergießen. Jedes Menschenleben soll heilig sein! Bewahrt die Ruhe und wirkt mit am Aufbau der neuen Welt! Der Bruderkrieg der Sozialisten ist für Bayern beendet. Auf der revolutionären Grundlage, die jetzt gegeben ist, werden die Arbeitermassen zur Einheit zurückgeführt.

Es lebe die bayerische Republik!
Es lebe der Frieden!
Es lebe die schaffende Arbeit aller Werktätigen!

 München, Landtag, in der Nacht zum 8. November 1918
Der Rat der Arbeiter, Soldaten und Bauern.
Der erste Vorsitzende: Kurt Eisner


Aktuelles folgt auch noch in www.raete-muenchen.de
wo auch schon etliche Gedanken zu Kurt Eisner zu finden sind,

wie auch der Artikel zu Faulhaber-21-2-Ohrenzeuge-des-Mordes