Am Hinteren Hörnle findet man eine Holztafel mit einem Text von 1934, der kriegsverherrlichend von Helden und Opfermut spricht. Diese Tafel am Gipfelkreuz war nach Protesten verschwunden. Jetzt allerdings ist es wieder aufgetaucht, kaum zu glauben – mit dem Text von 1934!

Unser Mitglied Fritz Schmalzbauer hat einen Brief wegen dieser unsäglichen Tafel geschrieben: 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins, sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Leider komme ich die nächste Zeit nicht dazu, auf das hintere Hörnle zu steigen, um den Wahrheitsgehalt einer Nachricht von Herrn Professor Weber nachzugehen, sozusagen ihr nachzusteigen. Herr Professor Weber behauptet nämlich, die Nazi Gedenktafel am hinteren Hörnle schmücke in neuer Form mit altem Inhalt das Gipfelkreuz. Jetzt kann es natürlich sein, dass der Herr Professor mit seinen Spießgesellen die nächste Zeit wieder einen Anschlag auf die poetische Meisterleistung aus dem Jahre 1934 vor hat. Sie sollten sich darauf gefasst machen und jetzt schon Argumente suchen, warum ein Gebirgstrachtenerhaltungsverein sich in seinem historischen Bemühen nicht einschüchtern lässt.

Eigentlich wäre für sie der Rechtsanwalt Laurens Nothdurft bestens geeignet, der bayrischen AfD verbunden, weil er einen heimattreuen Jugendverband leitete, der allerdings 2009 verboten wurde. (SZ) Das wäre nun wieder für den Gebirgstrachtenerhaltungsverein kein gutes Omen und Wasser auf die Mühlen des Herrn Professor, von der ewigen Nörgelei der Lokalpresse einmal ganz zu schweigen.

Um sich sozialwissenschaftlich und historisch gegen Herrn Professor Weber zu wappnen, böte sich dagegen eine Expertise von Herrn Björn Höcke (AfD Thüringen) an, der mit Sicherheit dazu bereit wäre. Leider hätten Sie auch hier ein kleines Problem, weil Björn Höcke vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sollte er zur Feldforschung in ihrer Begleitung auf dem Hörnle gesichtet werden, wäre mit Sicherheit ein Schlapphut nicht weit, der früher in Pullach und jetzt in Berlin seine Dienststelle hat, aber gerne in die Berge geht und das Ganze auch noch als Dienstreise abrechnen kann. Hüten Sie sich vor allem vor dem möglichen Versuch Bernd Höckes, ihren Gebirgstrachtenerhaltungsverein in seinem Netzwerk für ein neues Deutschland mit einzubeziehen.

Jedenfalls sollten Sie schon eine Presse-Erklärung bereithalten, damit dem Anschlag unmittelbar ein Gegenschlag folgt. Zum Beispiel wäre es interessant, am Stammtisch einige Argumente zu sammeln. So hatte ich einmal Gelegenheit, auf der Fraueninsel im Chiemsee einer etwas lauten heimatlichen Runde zuhören zu dürfen, die sich einer herausragenden deutschen Persönlichkeit, dem von den Amis hingerichteten Generaloberst Jodel gewidmet war, dem seinerseits ein Ehrenkreuz auf dem Inselfriedhof – leider ohne Gedicht – gewidmet ist. Er wurde just am 20. Juni 1934 Chef der Abteilung Landesverteidigung im Wehrmachtführungsamt (WFA) und noch im August, als ihr poetisches Täfelchen durch die Mitglieder des damaligen Gebirgstrachtenerhaltungsverein ans Kreuz geschlagen wurde, zum Oberst ernannt. Folgende wichtige Momente der Tafelrunde sind mir noch in Erinnerung und sollten in ihrer Presseerklärung Eingang finden:

  1. „Wos fabei is is fabei“ (was vorbei ist, ist vorbei), hilfreich ein Hiweis auf Franz Josef Strauss, der z.B. den fleissigen Deutschen Auschwitz nicht mehr zumuten wollte.
  2. „Da Hitler war (bayrischer Konjunktiv für „wäre“, siehe Karl Valentin) scho ned so schlechd gwen, wen a den Kriag ned ogfanfa häd“ (Der Hitler wäre schon nicht so schlecht gewesen, hätte er nicht den Krieg begonnen)
  3. „Und vo de Deppn aus Minga lass’ ma uns scho go nix sogn“ (und von den Unklugen aus München lassen wir uns nicht belehren).

Ich denke, dieser Chiemgauer Dreisatz reicht als Gedankenstütze einer sicher notwendigen Presseerklärung aus. Sollten Sie weitere Anregungen benötigen, bin ich dazu gerne bereit, leider aber z.Zt. in Frankreich, sozusagen auf der anderen Seite der Alpen.

Mit freundlichen Grüßen – Friedrich Schmalzbauer